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Zahlungsziel Rechnung Österreich 2026: Fristen, Verzugszinsen & Skonto

Wie lange darf ein Kunde mit der Zahlung warten — und was passiert, wenn er das Zahlungsziel überschreitet? In diesem Guide erfährst du alles über Zahlungsfristen auf Rechnungen nach österreichischem Recht: gesetzliche Grundlagen (§ 904 ABGB, § 458 UGB), Verzugszinsen 2026, Skonto berechnen und formulieren — und die wichtigsten Praxis-Tipps für EPU.

Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesedauer: ca. 10 Minuten

Inhaltsverzeichnis

  1. 1. Was ist ein Zahlungsziel? (Definition & Bedeutung)
  2. 2. Gesetzliche Regelung in Österreich: § 904 ABGB & § 458 UGB
  3. 3. Übliche Zahlungsziele im Überblick — Vergleichstabelle
  4. 4. Zahlungsziel richtig auf der Rechnung formulieren
  5. 5. Verzugszinsen in Österreich 2026 (§ 1000 ABGB & § 456 UGB)
  6. 6. Skonto: Was ist das, wie berechnen, wie formulieren?
  7. 7. Wenn das Zahlungsziel überschritten wird: Mahnung & nächste Schritte
  8. 8. Praktische Tipps für EPU: Liquidität sichern
  9. 9. FAQ

1. Was ist ein Zahlungsziel?

Das Zahlungsziel (auch: Zahlungsfrist) ist der Zeitraum, innerhalb dessen ein Rechnungsempfänger eine Rechnung zu bezahlen hat. Es wird üblicherweise in Tagen angegeben — z.B. "zahlbar innerhalb von 30 Tagen ab Rechnungsdatum".

Das Zahlungsziel legt also fest, bis wann die Rechnung fällig ist. Nach Ablauf dieser Frist gilt die Forderung als überfällig, und der Schuldner gerät automatisch in Verzug — mit allen rechtlichen Konsequenzen (Verzugszinsen, Mahnkosten, rechtliche Schritte).

Zahlungsziel
Relative Frist ab Rechnungsdatum (z.B. 30 Tage)
Fälligkeitsdatum
Das konkrete Datum, bis zu dem gezahlt werden muss
Verzug
Automatisch ab dem Tag nach Fälligkeit (§ 1334 ABGB)

Wichtig: Das Zahlungsziel ist keine Pflichtangabe auf einer Rechnung nach dem österreichischen Umsatzsteuergesetz (UStG). Fehlt es, gilt die Forderung sofort fällig (§ 904 ABGB). In der Praxis ist es jedoch dringend empfohlen, ein klares Zahlungsziel anzugeben — es schafft Rechtssicherheit für beide Seiten und erleichtert das Mahnwesen erheblich.

2. Gesetzliche Regelung in Österreich: § 904 ABGB & § 458 UGB

Die gesetzliche Grundlage für Zahlungsfristen in Österreich findet sich vor allem im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) und im Unternehmensgesetzbuch (UGB). Die wichtigsten Bestimmungen im Überblick:

§ 904 ABGB — Fälligkeit bei fehlendem Zahlungsziel

Ist keine Zahlungsfrist vereinbart, ist die Leistung sofort fällig. Der Gläubiger kann sofortige Erfüllung verlangen. In der Praxis heißt das: Fehlt das Zahlungsziel auf der Rechnung, kann der Rechnungsaussteller sofort mahnen — theoretisch bereits am Tag nach der Rechnungsstellung.

§ 458 UGB — Zahlungsverzug im Unternehmensverkehr (B2B)

Im B2B-Bereich gilt: Ist kein Zahlungsziel vereinbart, muss spätestens 30 Tagenach Zugang der Rechnung gezahlt werden. Zahlungsziele über 60 Tage sind grundsätzlich unwirksam, es sei denn, sie wurden ausdrücklich vereinbart und sind sachlich gerechtfertigt. Diese Regelung setzt die EU-Zahlungsverzugsrichtlinie (2011/7/EU) in österreichisches Recht um und schützt vor allem kleinere Unternehmen und EPU vor übermäßig langen Zahlungsfristen durch Großkunden.

§ 1334 ABGB — Automatischer Verzugseintritt

Ist ein Zahlungsziel oder ein konkretes Fälligkeitsdatum vereinbart, tritt Verzug automatisch nach Ablauf der Frist ein — ohne dass der Gläubiger vorher mahnen muss. Ab diesem Zeitpunkt laufen Verzugszinsen, und der Gläubiger hat Anspruch auf den gesetzlichen Pauschalschadensersatz von € 40 (§ 458 Abs. 3 UGB, B2B).

Zusammenfassung: Gesetzliche Standardfristen

SituationGesetzliche FristRechtsgrundlage
Kein Zahlungsziel vereinbart (B2C)Sofort fällig§ 904 ABGB
Kein Zahlungsziel vereinbart (B2B)30 Tage ab Rechnungszugang§ 458 UGB
Vereinbartes Zahlungsziel (B2B, max.)60 Tage (darüber nur ausnahmsweise)§ 458 UGB
Öffentliche Auftraggeber (B2G)30 Tage (max. 60 Tage)§ 459 UGB

3. Übliche Zahlungsziele im Überblick — Vergleichstabelle

In der österreichischen Praxis haben sich bestimmte Zahlungsziele etabliert. Welches du wählst, hängt von deiner Branche, deinen Kunden und deiner eigenen Liquiditätssituation ab. Hier sind die vier gängigsten Zahlungsziele im direkten Vergleich:

ZahlungszielTypische BranchenVorteileNachteile
Sofort / nettoGastronomie, Einzelhandel, KleindienstleisterMaximale Liquidität; kein AusfallrisikoKunden meist nur bei Privatleuten akzeptiert; bei B2B-Kunden unüblich
14 TageFreelancer, IT, Kreativdienstleister, KleinbetriebeSchnelle Liquidität; kurzes Ausfallrisiko; ideal für EPUManche Großkunden lehnen kurze Fristen ab
30 TageB2B allgemein, Handwerk, Beratung, AgenturenMarktstandard; von fast allen Kunden akzeptiertEinen Monat auf Geld warten kann Liquidität belasten
60 TageGroßunternehmen, Exportgeschäfte, öffentliche AuftraggeberVon Großkunden oft erwartet; erhöht Chancen auf AuftragHohes Liquiditätsrisiko für EPU; gesetzlich maximal bei B2B

EPU-Empfehlung: Als Einpersonenunternehmen empfiehlt sich ein Zahlungsziel von 14–30 Tagen. Kurze Fristen sichern deine Liquidität und verringern das Risiko, auf offenen Rechnungen sitzen zu bleiben. Wenn Großkunden 60 Tage fordern, kannst du das durch Skonto-Anreize oder Vorauszahlungen für frühere Zahlung belohnen.

4. Zahlungsziel richtig auf der Rechnung formulieren

Die Formulierung des Zahlungsziels auf der Rechnung ist entscheidend für seine rechtliche Wirkung. Unklare oder missverständliche Formulierungen können dazu führen, dass Verzug nicht automatisch eintritt und du erst mahnen musst, bevor Verzugszinsen zu laufen beginnen.

Empfohlene Formulierungen ✓

"Zahlbar innerhalb von 14 Tagen ab Rechnungsdatum."

Klar, eindeutig — Verzug tritt automatisch nach Tag 14 ein.

"Zahlbar bis 15. Mai 2026 (30 Tage netto)."

Kombination aus Frist und konkretem Datum — noch mehr Klarheit.

"Fällig: 30 Tage nach Rechnungsdatum, spätestens bis 15. Mai 2026."

Ideal für formelle Rechnungen — keine Interpretationsspielräume.

"Zahlbar sofort nach Erhalt dieser Rechnung."

Bei sofortiger Fälligkeit — selten empfohlen im B2B.

Problematische Formulierungen ✗

"Zahlung in Kürze erbeten."

Zu vage — kein konkretes Zahlungsziel, kein automatischer Verzug.

"Bei Fälligkeit."

Unklar — ohne Datum oder Frist nicht vollstreckbar.

"Nächste Woche."

Keine rechtlich klare Frist.

Praxis-Tipp: Gib auf deiner Rechnung sowohl das Zahlungsziel (z.B. "30 Tage") als auch das konkrete Fälligkeitsdatum an. So sparst du deinen Kunden das Nachrechnen und vermeidest Missverständnisse. In Rechnito wird das Fälligkeitsdatum automatisch berechnet und auf der Rechnung ausgewiesen.

5. Verzugszinsen in Österreich 2026 (§ 1000 ABGB & § 456 UGB)

Verzugszinsen sind der Preis, den ein Schuldner für das verspätete Zahlen zahlt. Sie entschädigen dich als Gläubiger für den Zinsverlust und Aufwand. In Österreich gibt es je nach Geschäftsbeziehung unterschiedliche Sätze:

B2B — § 456 UGB

9,2 %
über dem Basiszinssatz (p.a.)

Gilt für alle Geschäfte zwischen Unternehmern. Als EPU, der an Firmen, GmbHs oder andere Selbstständige fakturiert, hast du bei Verzug automatisch Anspruch auf diesen Zinssatz — und zusätzlich auf den Pauschalbetrag von mindestens € 40 (§ 458 Abs. 3 UGB).

B2C — § 1000 ABGB

4 %
über dem Basiszinssatz (p.a.)

Gilt, wenn du als Unternehmer an Privatpersonen (Konsumenten) fakturierst. Das Konsumentenschutzgesetz (KSchG) begrenzt die Belastung für Privatpersonen. Höhere Zinssätze sind nur mit ausdrücklicher vertraglicher Vereinbarung möglich.

Was ist der Basiszinssatz der OeNB?

Der Basiszinssatz wird von der Österreichischen Nationalbank (OeNB) zweimal jährlich festgelegt — jeweils zum 1. Jänner und zum 1. Juli. Er spiegelt das allgemeine Zinsniveau im Euroraum wider und variiert je nach EZB-Leitzinsentscheidungen. Den aktuell gültigen Basiszinssatz findest du auf oenb.at.

Rechenbeispiel: Verzugszinsen B2B

Offene Rechnungssumme:€ 2.500,00
Verzugsdauer:45 Tage
Angenommener Gesamtzinssatz (Basis + 9,2 %):ca. 12,2 % p.a.
Verzugszinsen (€ 2.500 × 12,2 % × 45/365):≈ € 37,60
Pauschalbetrag § 458 Abs. 3 UGB (Minimum):+ € 40,00
Gesamtforderung:€ 2.577,60

* Basiszinssatz variiert. Bitte den aktuellen Satz auf oenb.at prüfen und einsetzen. Vertraglich vereinbarte höhere Zinssätze gehen dem gesetzlichen Satz vor.

Tipp: Höhere Verzugszinsen kannst du vertraglich oder in deinen AGB vereinbaren (z.B. "Bei Zahlungsverzug werden Zinsen in Höhe von 1 % pro Monat berechnet"). Vereinbarte Zinssätze gehen den gesetzlichen vor — im Rahmen des Zulässigen (im B2C durch KSchG begrenzt).

6. Skonto: Was ist das, wie berechnen, wie formulieren?

Skonto ist ein Preisnachlass, den du Kunden gewährst, wenn sie besonders schnell zahlen. Es ist ein bewährtes Mittel, um frühzeitige Zahlungseingänge zu fördern und die eigene Liquidität zu verbessern. Gängige Skontosätze in Österreich liegen bei 2 % bei Zahlung innerhalb von 7–10 Tagen.

Skonto berechnen

Rechnungsbetrag: € 1.000,00
Skontosatz: 2 %
Skontobetrag: € 1.000 × 2 % = € 20,00
Zu zahlender Betrag: € 980,00

Skonto vs. Rabatt

Skonto: Nachlass für schnelle Zahlung — zeitlich befristet, zahlt der Käufer innerhalb der Skontofrist.
Rabatt: Nachlass auf den Preis — unabhängig vom Zahlungszeitpunkt, z.B. für Mengen oder Stammkunden.
Bonus: Rückwirkender Nachlass am Jahresende bei Erreichung eines Umsatzziels.

Skonto richtig auf der Rechnung formulieren

Einfache Formulierung

"2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen ab Rechnungsdatum."

Mit konkreten Beträgen (empfohlen)

"Rechnungsbetrag: € 1.000,00 — Bei Zahlung bis 29. April 2026 (10 Tage Skonto): € 980,00 (2 % = € 20,00) — Reguläre Fälligkeit: 19. Mai 2026 (30 Tage netto)."

Mit AGB-Verweis

"2 % Skonto innerhalb 10 Tagen, 30 Tage netto (gemäß unseren AGB)."

Steuerliche Behandlung von Skonto

Skonto ist steuerlich sowohl beim Aussteller als auch beim Empfänger relevant:

Beim Rechnungsaussteller (du)

  • • Skonto mindert deinen Umsatz (und die Umsatzsteuer), sobald er in Anspruch genommen wird
  • • Bei Istversteuerung: USt-Berichtigung im Monat der tatsächlichen Zahlung
  • • Bei Sollversteuerung: Berichtigung über Korrekturrechnungen oder in der UVA

Beim Rechnungsempfänger (Kunde)

  • • Vorsteuer ist nur auf den tatsächlich gezahlten Betrag abziehbar
  • • Wenn Skonto genommen wird, muss der Vorsteuerabzug entsprechend reduziert werden
  • • Buchhalterisch: Skonto als Erlöskorrektur verbuchen

Steuer-Hinweis: Die steuerliche Behandlung von Skonto kann komplex sein, besonders bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung (UVA). Im Zweifel empfiehlt sich die Rücksprache mit deinem Steuerberater. Bei Rechnito wird der Skontobetrag automatisch auf der Rechnung ausgewiesen.

7. Wenn das Zahlungsziel überschritten wird: Mahnung & nächste Schritte

Hat dein Kunde das Zahlungsziel überschritten, ohne zu zahlen, solltest du zügig reagieren. Je länger du wartest, desto schwieriger wird es, das Geld einzutreiben. Hier ist der empfohlene Ablauf für EPU:

Schritt 1

Zahlungserinnerung (1–3 Tage nach Fälligkeit)

Freundliche E-Mail oder Anruf — viele Kunden vergessen schlicht zu zahlen. Kurze, unpersönliche Erinnerung ohne Vorwurf.

Schritt 2

1. Mahnung (ca. 7–14 Tage nach Fälligkeit)

Formelles Mahnschreiben mit Rechnungsnummer, offenem Betrag, Verzugszinsen, neuer Zahlungsfrist (7–10 Tage) und Ankündigung weiterer Schritte.

Schritt 3

2. Mahnung / Letzte Mahnung (nach erfolgloser 1. Mahnung)

Letzte Aufforderung mit Gesamtforderung inkl. aller Zinsen und Gebühren. Explizite Ankündigung von Inkasso oder Klage. Am besten per Einschreiben.

Schritt 4

Inkasso oder gerichtlicher Zahlungsbefehl

Inkassobüro beauftragen (Forderungen bis ca. € 5.000) oder Mahnklage beim zuständigen Bezirksgericht (bis € 15.000 ohne Anwaltspflicht).

Verjährung nicht vergessen: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verjähren in Österreich nach 3 Jahren (§ 1486 ABGB). Setze innerhalb dieser Frist rechtliche Schritte, sonst verlierst du deinen Anspruch. Einen detaillierten Leitfaden zum Mahnwesen findest du in unseremRatgeber: Mahnung schreiben Österreich.

8. Praktische Tipps für EPU: Liquidität sichern

Als Einpersonenunternehmen ist deine Liquidität direkt von deinen Zahlungseingängen abhängig. Hier sind die wirksamsten Maßnahmen, um dein Zahlungsmanagement zu optimieren:

Kurze Zahlungsziele wählen

14 Tage statt 30 Tage macht einen riesigen Unterschied in deinem Cashflow. Viele Kunden zahlen, sobald sie daran erinnert werden — warte nicht auf den 30. Tag.

🎁

Skonto als Anreiz nutzen

2 % Skonto bei Zahlung innerhalb 7 Tagen kostet dich wenig, bringt aber schnelle Liquidität. Besonders wirksam bei Stammkunden und größeren Rechnungen.

💰

Anzahlungen vereinbaren

Bei größeren Projekten eine Anzahlung von 30–50 % vorab verlangen. Das sichert Liquidität und zeigt ernst gemeinte Zahlungsbereitschaft des Kunden.

🔄

Mahnwesen automatisieren

Nutze ein Rechnungsprogramm, das überfällige Rechnungen automatisch erkennt und Mahnungen vorschlägt oder versendet. Manuelle Kontrolle ist fehleranfällig.

📋

AGB mit Zahlungsbedingungen

Halte dein Zahlungsziel, Verzugszinsen und Mahngebühren in deinen AGB fest. Das gibt dir im Streitfall eine klare rechtliche Grundlage.

🚦

Bonitätsprüfung bei Neukunden

Bei größeren Aufträgen mit unbekannten Kunden: Bonitätscheck über KSV 1870 oder Bisnode. Das schützt vor Zahlungsausfällen von Anfang an.

Zahlungsziele & Mahnwesen automatisch verwalten mit Rechnito

Rechnito berechnet Fälligkeitsdaten automatisch, zeigt überfällige Rechnungen auf einen Blick und erstellt ABGB-konforme Mahnschreiben auf Knopfdruck — inklusive Verzugszinsen und Skonto. Kostenlos starten, keine Kreditkarte nötig.

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9. Häufige Fragen zum Zahlungsziel in Österreich

Was passiert wenn das Zahlungsziel nicht eingehalten wird?
Wenn ein Kunde das vereinbarte Zahlungsziel überschreitet, tritt automatisch Verzug ein (§ 1334 ABGB) — ohne dass eine gesonderte Mahnung nötig ist. Ab dem Tag nach Fälligkeit laufen gesetzliche Verzugszinsen: 9,2 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz bei B2B-Geschäften (§ 456 UGB) bzw. 4 % über dem Basiszinssatz bei B2C (§ 1000 ABGB). Zusätzlich hast du als Gläubiger im B2B-Bereich Anspruch auf einen Pauschalbetrag von mindestens € 40 (§ 458 UGB). Du kannst außerdem mahnen und bei ausbleibendem Zahlungseingang ein Inkassobüro beauftragen oder gerichtlich vorgehen.
Wie hoch sind Verzugszinsen in Österreich 2026?
In Österreich gibt es zwei gesetzliche Verzugszinssätze: Im B2B-Bereich (Unternehmer an Unternehmer) beträgt der Verzugszinssatz 9,2 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz der Österreichischen Nationalbank (§ 456 UGB). Im B2C-Bereich (Unternehmer an Konsument) gilt 4 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 1000 ABGB). Der Basiszinssatz der OeNB wird zweimal jährlich angepasst (1. Jänner und 1. Juli). Den aktuell gültigen Satz findest du auf oenb.at. Vertraglich können auch höhere Zinssätze vereinbart werden.
Muss ein Zahlungsziel auf der Rechnung stehen?
Nein, ein Zahlungsziel ist keine gesetzliche Pflichtangabe auf einer Rechnung nach dem UStG. Wenn kein Zahlungsziel angegeben ist, gilt nach § 904 ABGB die Forderung sofort fällig. In der Praxis empfiehlt es sich jedoch dringend, ein klares Zahlungsziel anzugeben — z.B. 'zahlbar innerhalb von 14 Tagen ab Rechnungsdatum'. Das schafft Klarheit, reduziert Rückfragen und sorgt dafür, dass Verzug automatisch nach Ablauf der Frist eintritt, ohne dass du vorher mahnen musst.
Was ist der Unterschied zwischen Zahlungsziel und Fälligkeitsdatum?
Das Zahlungsziel ist eine relative Frist ab Rechnungsdatum (z.B. '30 Tage netto'), das Fälligkeitsdatum ist das daraus resultierende konkrete Datum (z.B. '15. Mai 2026'). Beide Formulierungen sind rechtlich gleichwertig. Das Fälligkeitsdatum ist für Kunden oft übersichtlicher und verhindert Rechenfehler. Empfehlung: Auf der Rechnung beides angeben — 'zahlbar innerhalb von 30 Tagen ab Rechnungsdatum, Fälligkeitsdatum: 15. Mai 2026'. So gibt es keine Missverständnisse.
Wie formuliert man Skonto richtig auf einer Rechnung?
Skonto wird auf einer Rechnung typischerweise so formuliert: '2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen ab Rechnungsdatum.' Es ist außerdem üblich, den konkreten Skontobetrag und den zu zahlenden Nettobetrag bereits auf der Rechnung auszuweisen, damit der Kunde sofort sieht, wie viel er spart. Beispiel: 'Rechnungsbetrag: € 1.000,00 — Bei Zahlung bis [Datum]: € 980,00 (2 % Skonto = € 20,00).' Steuerlich ist zu beachten: Bei Istversteuerung mindert Skonto die Umsatzsteuerbemessungsgrundlage nur, wenn er tatsächlich in Anspruch genommen wird.
Kann ich mit Kunden ein längeres Zahlungsziel vereinbaren?
Ja, grundsätzlich können Zahlungsziele frei zwischen Gläubiger und Schuldner vereinbart werden. Im B2B-Bereich (§ 458 UGB) gilt jedoch: Zahlungsziele über 60 Tage sind nur wirksam, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurden und für den Gläubiger nicht grob benachteiligend sind. Zahlungsziele über 60 Tage zulasten des Gläubigers sind im B2B-Bereich in der Regel unwirksam, sofern sie nicht sachlich gerechtfertigt sind. Im B2C-Bereich gelten zusätzlich die Schutzvorschriften des KSchG. Für EPU empfiehlt sich: Zahlungsziel max. 30 Tage vereinbaren, um Liquidität zu sichern.

Weiterführende Ratgeber

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Gesetzliche Regelungen können sich ändern. Für deine individuelle Situation empfehlen wir die Beratung durch einen österreichischen Rechtsanwalt oder Steuerberater sowie die WKO (wko.at). Aktuelle Gesetze findest du auf ris.bka.gv.at (Rechtsinformationssystem des Bundes). Den aktuellen Basiszinssatz der OeNB findest du auf oenb.at.