Inhaltsverzeichnis
- 1. Steuerberater Kosten 2026: Der Überblick
- 2. Stundensatz Steuerberater Österreich: €100–€250/h
- 3. WTBK-Tarifrichtlinien als Orientierung
- 4. Was ist im EPU-Jahrespaket enthalten?
- 5. Wann lohnt sich ein Steuerberater — wann nicht?
- 6. Steuerberaterkosten als Betriebsausgabe absetzbar
- 7. Alternativen: Buchhaltungssoftware wie Rechnito
- 8. Förderprogramme: WKO Gründerpaket & Co.
- 9. FAQ: Häufige Fragen zu Steuerberaterkosten
1. Steuerberater Kosten 2026: Der Überblick
Die Kosten für einen Steuerberater in Österreich hängen stark von deiner Unternehmensgröße, der Komplexität deiner steuerlichen Situation und dem Leistungsumfang ab. Hier ist eine Orientierung für EPU und Kleinstunternehmen:
| Leistung | Kosten (netto) | Anmerkung |
|---|---|---|
| EPU Jahrespaket (EÜR + Steuererklärung) | € 500 – € 2.000 | Abhängig von Umsatz und Beleganzahl |
| Einkommensteuererklärung (E1 + E1a) | € 200 – € 600 | Wenn EÜR bereits vorhanden |
| Monatliche UVA (Umsatzsteuervoranmeldung) | € 30 – € 80 / Monat | Pro Monat, oft im Paket |
| Laufende Buchhaltung (monatlich) | € 80 – € 250 / Monat | Für EPU mit vielen Belegen |
| Betriebsprüfungsbegleitung | nach Aufwand | Stundensatz €100–€250/h |
| Gründungsberatung | € 150 – € 500 | Einmalig, oft WKO-gefördert |
Wichtig: Alle Preise sind Richtwerte ohne Gewähr. In Österreich gibt es keine gesetzlich verbindlichen Steuerberatertarife. Hol dir immer ein schriftliches Angebot, bevor du einen Steuerberater beauftragst — und frage nach einem Fixpreisangebot statt Stundenabrechnung, wenn das möglich ist.
2. Stundensatz Steuerberater Österreich: €100–€250 pro Stunde
Steuerberater in Österreich rechnen oft nach Stunden ab. Die Spannbreite ist groß — hier sind die wichtigsten Faktoren, die den Stundensatz beeinflussen:
Qualifikation & Erfahrung
- • Wirtschaftsprüfer: €180–€250/h
- • Steuerberater: €130–€200/h
- • Buchhalter/Bilanzbuchhalter: €80–€130/h
- • Berufsanwärter: €70–€100/h
Standort & Kanzleigröße
- • Wien / Graz: höhere Stundensätze
- • Ländliche Regionen: oft günstiger
- • Boutique-Kanzleien: spezifisch, tendenziell teurer
- • Große Kanzleien: standardisierter, oft Paketpreise
Für einfache EPU-Belange ist oft kein Wirtschaftsprüfer nötig. Ein erfahrener Steuerberater oder Bilanzbuchhalter reicht in den meisten Fällen vollkommen aus — und ist deutlich günstiger. Für komplexere Themen wie internationale Tätigkeit, GmbH-Gründung oder M&A-Transaktionen ist spezialisierte Expertise notwendig.
Tipp: Frage deinen Steuerberater nach einem Fixpreis-Angebot für definierte Leistungen (z.B. EÜR + Steuererklärung = Fixpreis €800/Jahr). Das schafft Kostensicherheit und vermeidet böse Überraschungen bei Stundenabrechnung.
3. WTBK-Tarifrichtlinien als Orientierung
Die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW) — früher WTBK — gibt unverbindliche Honorarrichtlinien für ihre Mitglieder heraus. Diese Tarife sind keine Mindest- oder Höchstpreise, sondern Orientierungswerte für angemessene Honorare bei typischen Leistungen.
KSW-Honorarrichtlinien 2026 (Auswahl, netto)
Hinweis: Die KSW-Richtlinien sind ein Anhaltspunkt, keine Pflicht. Steuerberater können nach oben oder unten davon abweichen. Der österreichische Markt für Steuerberatung ist wettbewerblich — ein Preisvergleich lohnt sich, insbesondere für EPU mit überschaubaren Belegen.
4. Was ist im EPU-Jahrespaket enthalten?
Viele Steuerberater bieten EPU ein Jahrespaket an. Wisse genau, was drin ist — und was nicht. Hier ist ein typischer Leistungsumfang:
Typischerweise enthalten
- ✓ Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (EÜR)
- ✓ Einkommensteuererklärung (E1 + E1a)
- ✓ Umsatzsteuerjahreserklärung (U1)
- ✓ SVS-Erklärung / Beitragsgrundlage
- ✓ Begrenzte laufende Beratung (Telefon/E-Mail)
- ✓ FinanzOnline-Eingabe der Erklärungen
Oft NICHT enthalten (Aufpreis)
- ✗ Monatliche UVA (Voranmeldung)
- ✗ Lohnverrechnung (für Mitarbeiter)
- ✗ Bilanz / doppelte Buchhaltung
- ✗ Betriebsprüfungsbegleitung
- ✗ Ausführliche Beratungsgespräche
- ✗ Nachtragsarbeiten / Korrekturen
Empfehlung: Bitte deinen Steuerberater um ein schriftliches Angebot mit klar definierten Leistungen, Preisen und was bei Mehraufwand (z.B. mehr Belege als erwartet) passiert. Viele Missverständnisse entstehen aus unklaren Erwartungen auf beiden Seiten.
5. Wann lohnt sich ein Steuerberater — und wann nicht?
Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Hier sind die wichtigsten Entscheidungskriterien:
Ein Steuerberater lohnt sich, wenn ...
- • Dein Jahresgewinn über €40.000 liegt und du steuerliche Optimierung willst
- • Du Auslandseinnahmen, internationale Kunden oder Doppelbesteuerungsabkommen betrifft
- • Du eine GmbH gründest oder gesellschaftsrechtliche Fragen hast
- • Du ein Büro, Fahrzeug oder andere gemischt genutzte Wirtschaftsgüter hast
- • Du Mitarbeiter beschäftigst und Lohnverrechnung benötigst
- • Du schlicht keine Zeit oder kein Interesse an Buchhaltung hast
- • Du eine Betriebsprüfung erhältst oder erwartest
Eigenregie kann sinnvoll sein, wenn ...
- • Du ein einfaches EPU bist (Kleinunternehmer, wenige Belege, keine Mitarbeiter)
- • Deine Einnahmen und Ausgaben überschaubar und gut dokumentiert sind
- • Du eine gute Buchhaltungssoftware (wie Rechnito) nutzt
- • Du bereit bist, dich in die Grundlagen einzulesen
- • Du die EÜR selbst machst und nur für die Steuererklärung einen Steuerberater fragst
Der Hybrid-Ansatz: Das Beste aus beiden Welten
Viele EPU fahren am besten mit einem Hybrid-Ansatz: Sie führen ihre Buchhaltung selbst (laufende Einnahmen/Ausgaben mit Rechnito), bereiten alle Belege sauber auf und geben sie einmal jährlich an den Steuerberater für EÜR und Steuererklärung. Das spart Steuerberaterkosten um 40–60 % — der Steuerberater braucht kaum Zeit für Vorarbeiten und konzentriert sich auf das Wesentliche.
6. Steuerberaterkosten als Betriebsausgabe absetzbar
Die gute Nachricht: Steuerberaterkosten sind in Österreich als Betriebsausgabe absetzbar und reduzieren deinen steuerpflichtigen Gewinn. Das bedeutet: Der Staat trägt effektiv einen Teil der Kosten.
Rechenbeispiel: Effektive Kosten nach Steuerersparnis
* Grenzsteuersatz variiert je nach Einkommen (Einkommensteuertarif 2026). Vorsteuerabzug gilt nur für umsatzsteuerpflichtige Unternehmer (Umsatz über €40.000).
Als Betriebsausgabe absetzbar
- • EÜR, Bilanz, Jahresabschluss
- • Steuererklärungen (betriebliche Teile)
- • Laufende Beratung in betrieblichen Fragen
- • Buchhaltungssoftware (z.B. Rechnito)
- • Steuerberatung zur Unternehmensstruktur
Als Sonderausgabe/Werbungskosten
- • Private Arbeitnehmerveranlagung
- • Steuerberatung zu Privatvermögen
- • Erbschafts- und Schenkungsberatung
- • Beratung zu Privatimmobilien
7. Alternativen: Buchhaltungssoftware wie Rechnito
Für viele EPU ist ein Steuerberater für alle buchhalterischen Aufgaben teurer als nötig. Moderne Buchhaltungssoftware kann die laufende Buchhaltung übernehmen — zu einem Bruchteil der Kosten:
| Aufgabe | Steuerberater | Rechnito / Software |
|---|---|---|
| Rechnungen schreiben | nicht üblich | ✓ Einfach und schnell |
| Einnahmen/Ausgaben erfassen | € 80–250/Mo | ✓ Im Abo enthalten |
| EÜR erstellen | € 500–900/Jahr | ✓ Automatisch generiert |
| UVA / Steueroptimierung | ✓ Spezialist | nicht im Scope |
| Steuererklärung | ✓ Spezialist | Daten für Steuerberater |
Buchhaltung selbst machen und Steuerberaterkosten sparen
Mit Rechnito erfasst du Einnahmen und Ausgaben, schreibst professionelle Rechnungen und behältst die EÜR im Blick — ohne Buchhaltungsstudium. Bereite deinen Steuerberater perfekt vor und zahle nur noch für seine eigentliche Expertise. Kostenlos starten, keine Kreditkarte nötig.
Kostenlos starten →8. Förderprogramme: WKO Gründerpaket & Co.
Für Gründer und Jungunternehmer gibt es in Österreich verschiedene Programme, die Steuerberatungs- und Beratungskosten teilweise fördern:
WKO Gründerpaket
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) bietet Gründern ein kostenloses Erstberatungspaket an. Das umfasst eine Gründungsberatung inkl. Steuergrundlagen, einen Businessplan-Check und Informationen zur Sozialversicherung. Über das WIFI werden auch subventionierte Buchführungskurse angeboten.
→ wko.at/gruendung
AWS Gründerfonds / Jungunternehmerförderung
Die Austria Wirtschaftsservice (AWS) bietet verschiedene Förderprogramme für Jungunternehmer, die indirekt auch Beratungskosten reduzieren können. Sprich deine Landes-WKO-Gründungsberatung an.
→ aws.at
Bundesländerspezifische Förderungen
Wien, Niederösterreich, Steiermark und andere Bundesländer haben eigene Gründerförderungen, die Beratungsleistungen co-finanzieren. Frage beim jeweiligen Landesgründerzentrum nach.
→ gruenderservice.at
9. Häufige Fragen zu Steuerberaterkosten
Was kostet ein Steuerberater für ein EPU in Österreich durchschnittlich pro Jahr?▼
Wie hoch ist der Stundensatz eines Steuerberaters in Österreich 2026?▼
Sind Steuerberaterkosten als Betriebsausgabe absetzbar?▼
Was ist im typischen EPU-Steuerberaterpaket enthalten?▼
Wann lohnt sich ein Steuerberater für EPU und wann nicht?▼
Weiterführende Ratgeber
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Alle genannten Preise sind unverbindliche Richtwerte. Für deine individuelle Situation empfehlen wir die Beratung durch einen österreichischen Steuerberater (ksw.or.at). Aktuelle steuerliche Regelungen findest du auf bmf.gv.at.