📅 10. März 2026🕐 16 Min. Lesezeit🏷️ Sozialversicherung

SVS-Beiträge 2026 für EPU & Freelancer: Der komplette Guide

Als Selbstständiger in Österreich bist du bei der SVS (Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen) pflichtversichert. Doch wie werden die Beiträge berechnet? Was ist die Mindestbeitragsgrundlage? Und was bedeutet die Nachbemessung für deine Liquiditätsplanung? Dieser Guide beantwortet alle wichtigen Fragen zu SVS-Beiträgen 2026 — mit konkreten Beispielrechnungen und praktischen Tipps.

1. SVS-Grundlagen: Wer ist pflichtversichert?

Die SVS (Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen) ist die Pflichtversicherung für Unternehmer und Selbstständige in Österreich. Sie entstand 2020 aus der Zusammenführung der früheren SVA (Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft) und der SVB (Sozialversicherungsanstalt der Bauern).

Wer ist bei der SVS pflichtversichert? Grundsätzlich alle Personen, die eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausüben und dabei die gesetzlichen Einkommensgrenzen überschreiten:

  • Gewerbetreibende mit aufrechter Gewerbeberechtigung (auch ohne Einkommen, solange die Berechtigung besteht)
  • Neue Selbstständige (freie Berufe ohne Kammermitgliedschaft, z.B. Trainer, Coaches, Berater, IT-Freelancer)
  • Land- und Forstwirte mit eigenem Betrieb
  • Gesellschafter einer OG oder KG, die Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielen

Wichtiger Unterschied: Gewerbetreibende vs. Neue Selbstständige

Gewerbetreibende sind bereits durch die Gewerbeanmeldung bei der SVS pflichtversichert — unabhängig davon, ob sie tatsächlich Einkommen erzielen. Neue Selbstständige hingegen werden erst ab Überschreiten der Versicherungsgrenze pflichtversichert (2026: ca. 6.221,28 Euro Jahreseinkommen).

Liegt das Einkommen Neuer Selbstständiger unter dieser Grenze, besteht keine Pflichtversicherung bei der SVS — aber auch kein Versicherungsschutz. In diesem Fall kann das Opting-In sinnvoll sein (siehe Abschnitt 7).

Die SVS bietet Versicherungsschutz in drei Bereichen:

🏥

Krankenversicherung

Ärztliche Behandlung, Medikamente, Krankenhausaufenthalte, Vorsorgeuntersuchungen

🧓

Pensionsversicherung

Altersvorsorge, Invaliditätspension, Hinterbliebenenpension

⚠️

Unfallversicherung

Leistungen bei Arbeitsunfall und Berufskrankheit

Hinweis: Anders als Angestellte haben Selbstständige keinen Anspruch auf Arbeitslosenversicherung über die SVS. Wer sich dagegen absichern möchte, kann freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzahlen (optionale Selbstversicherung beim AMS).

2. Beitragsgrundlage: So wird sie ermittelt

Die Beitragsgrundlage ist jene Bemessungsgröße, auf die die Beitragssätze angewendet werden. Sie entspricht nicht direkt dem Jahresumsatz, sondern dem steuerlichen Gewinn — plus den bereits bezahlten SVS-Beiträgen.

Formel: Monatliche Beitragsgrundlage

Jahresgewinn (Einkommensteuerbescheid)

+ bezahlte SVS-Beiträge dieses Jahres

= Jahresbeitragsgrundlage

÷ 12 = monatliche Beitragsgrundlage

Das Besondere am österreichischen SVS-System: Die Beiträge werden zunächst auf Basis des drittvorangegangenen Jahres berechnet (vorläufige Beitragsgrundlage). Das bedeutet:

  • Im Jahr 2026 zahlt du vorläufig Beiträge auf Basis deines Gewinns aus 2023
  • Sobald dein Einkommensteuerbescheid 2026 vorliegt (typischerweise 2027 oder 2028), erfolgt die endgültige Nachbemessung
  • Differenzen werden nachgezahlt oder rückerstattet
BeitragsjahrVorläufige GrundlageNachbemessung wann
2026Einkommen 2023nach ESt-Bescheid 2026 (ca. 2027/2028)
2025Einkommen 2022nach ESt-Bescheid 2025 (ca. 2026/2027)
2024Einkommen 2021nach ESt-Bescheid 2024 (ca. 2025/2026)

Für Neugründer ohne Voreinkommen gilt in den ersten drei Jahren die Mindestbeitragsgrundlage als vorläufige Basis (mehr dazu in Abschnitt 5).

Tipp: Beitragsgrundlage anpassen lassen

Wenn dein aktuelles Einkommen deutlich niedriger ist als das des drittvorangegangenen Jahres (z.B. wegen Krise oder Elternzeit), kannst du bei der SVS eine Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage beantragen. Dazu musst du nachweisen, dass dein Einkommen im laufenden Jahr voraussichtlich niedriger sein wird. So vermeidest du Überzahlungen, die du erst Jahre später zurückbekommst.

3. Beitragssätze 2026 im Überblick

Die SVS-Beiträge setzen sich aus mehreren Einzelsätzen zusammen, die auf die monatliche Beitragsgrundlage angewendet werden. Hier sind die aktuellen Sätze für Gewerbetreibende und Neue Selbstständige für das Jahr 2026:

VersicherungszweigBeitragssatzGilt für
Krankenversicherung (KV)6,80 %Alle Pflichtversicherten
Pensionsversicherung (PV)18,50 %Alle Pflichtversicherten
Unfallversicherung (UV)1,20 %Alle Pflichtversicherten
SVS-Beitrag (Selbstständigenvorsorge)1,53 %Optional (Betriebliche Vorsorge)
Gesamt (ohne Vorsorge)26,50 %KV + PV + UV
Gesamt (mit Vorsorge)28,03 %KV + PV + UV + SVS-Beitrag

Wichtig: Höchstbeitragsgrundlage beachten

Es gibt nicht nur eine Mindest-, sondern auch eine Höchstbeitragsgrundlage. Liegt dein monatliches Einkommen über dieser Grenze (2026 ca. 7.595 Euro monatlich für KV und PV), werden Beiträge nur bis zu dieser Obergrenze berechnet. Höhere Einkommen führen also nicht zu proportional höheren Beiträgen. Die genauen Werte werden jährlich per Verordnung festgesetzt und sind auf svs.at abrufbar.

Die Selbstständigenvorsorge (1,53%) ist eine betriebliche Vorsorgekasse ähnlich der Abfertigung bei Angestellten. Die Beiträge werden in eine Betriebliche Vorsorgekasse (BVK) eingezahlt und stehen dir beim Ausscheiden aus der Selbstständigkeit oder im Pensionsalter zur Verfügung. Du kannst selbst entscheiden, ob du diesen Beitrag abführst.

4. Mindestbeitrag und Mindestbeitragsgrundlage

Unabhängig vom tatsächlichen Einkommen gibt es eine gesetzlich festgelegte Mindestbeitragsgrundlage. Das bedeutet: Selbst wenn du als Selbstständiger kaum oder gar kein Einkommen erzielst, musst du zumindest den Mindestbeitrag zahlen — sofern die Pflichtversicherung aufrecht ist.

Mindestbeitragsgrundlage 2026 (Richtwerte)

VersicherungszweigMindest-BGL/MonatMindestbeitrag/Monat
Krankenversicherung518,44 €ca. 35,25 €
Pensionsversicherung518,44 €ca. 95,91 €
Unfallversicherung518,44 €ca. 6,22 €
Gesamt (KV + PV + UV)518,44 €ca. 137,38 €

* Richtwerte für Gewerbetreibende 2026. Genaue aktuelle Werte immer auf svs.at prüfen. Jahreswerte wurden auf monatliche Beträge umgerechnet.

Der Mindestbeitrag ist besonders für jene relevant, die:

  • Ihr Gewerbe noch aktiv haben, aber gerade wenig oder keinen Umsatz machen
  • Sich in einer Gründungsphase befinden und noch kein stabiles Einkommen haben
  • Neben einer unselbstständigen Beschäftigung ein Gewerbe betreiben (hier gibt es Sonderregelungen — Parallelrechnung)

Tipp: Gewerbe ruhend stellen

Wenn du dein Gewerbe längere Zeit nicht aktiv betreibst, kannst du es ruhend stellen. Dadurch entfällt die Pflichtmitgliedschaft bei der WKO und damit auch die SVS-Pflichtversicherung als Gewerbetreibende/r. Die Ruhendstellung ist bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden. Achtung: Du verlierst damit auch deinen Versicherungsschutz bei der SVS.

5. Neugründer-Begünstigung: Die ersten 3 Jahre

Eine der wichtigsten Erleichterungen für EPU und Freelancer in der Startphase ist die Neugründer-Begünstigung bei der SVS. Sie gilt für die ersten 36 Kalendermonate der Selbstständigkeit.

Was die Neugründer-Begünstigung bedeutet

  • In den ersten 12 Kalendermonaten zahlst du nur den Mindestbeitrag — unabhängig von deinem tatsächlichen Einkommen
  • Im 2. und 3. Jahr gilt ebenfalls der Mindestbeitrag als vorläufige Beitragsgrundlage, da noch kein ESt-Bescheid aus der Selbstständigkeit vorliegt
  • Ab dem 4. Jahr erfolgt die Beitragsbemessung regulär auf Basis des Einkommens aus dem drittvorangegangenen Jahr
  • !Im 3. Jahr (also sobald der erste ESt-Bescheid aus der selbstständigen Tätigkeit vorliegt) kann es zu einer Nachbemessung kommen

Diese Regelung ist ein großer Vorteil in der Gründungsphase: Du hast planbare, fixe Kosten für die Sozialversicherung und musst nicht befürchten, bei hohem Erstjahresumsatz sofort hohe Nachzahlungen leisten zu müssen.

Achtung: Die Nachbemessungsfalle im 3. Jahr

Viele Neugründer werden davon überrascht, wenn im dritten oder vierten Jahr plötzlich eine SVS-Nachzahlung eintrifft. Der Grund: Sobald der Einkommensteuerbescheid für das erste Selbstständigenjahr vorliegt, wird die tatsächliche Beitragsgrundlage ermittelt. War dein Einkommen im ersten Jahr höher als der Mindestbeitrag, musst du die Differenz nachzahlen — auf einen Schlag. Plane daher von Anfang an Rücklagen in Höhe von 26,5% deines Gewinns ein.

Beispiel: Neugründer im Jahr 1

Maria gründet im Jänner 2026 ihr Einzelunternehmen als Grafikdesignerin. Sie zahlt 2026 zunächst nur den Mindestbeitrag von ca. 137 Euro/Monat — also rund 1.644 Euro fürs gesamte Jahr.

Tatsächlich erzielt Maria im Jahr 2026 einen Gewinn von 35.000 Euro. Die regulären SVS-Beiträge darauf wären: 35.000 × 26,5% = 9.275 Euro.

Die Differenz (9.275 − 1.644 = 7.631 Euro) wird fällig, sobald der Einkommensteuerbescheid 2026 vorliegt — also voraussichtlich 2027 oder 2028. Maria sollte daher von Beginn an monatlich ca. 636 Euro für SVS-Rücklagen zurücklegen.

6. Nachbemessung: Was das bedeutet & wie du planst

Die Nachbemessung ist einer der Aspekte des österreichischen SVS-Systems, der am häufigsten für Überraschungen sorgt. Das Prinzip: Du zahlst zunächst vorläufige Beiträge auf Basis des Einkommens von vor drei Jahren. Wenn der aktuelle Einkommensteuerbescheid vorliegt, wird der endgültige Beitrag berechnet.

Wenn dein Einkommen GESTIEGEN ist

Du hast zu wenig vorläufige Beiträge gezahlt. Die SVS schickt einen Nachforderungsbescheid über die Differenz. Diese muss innerhalb der auf dem Bescheid genannten Frist bezahlt werden.

→ Rücklagen anlegen!

Wenn dein Einkommen GESUNKEN ist

Du hast zu viel vorläufige Beiträge gezahlt. Die SVS erstattet den Unterschiedsbetrag zurück. Das kann mehrere Monate dauern, bis das Geld tatsächlich eintrifft.

→ Herabsetzungsantrag stellen!

Herabsetzungsantrag: Wann und wie?

Wenn du absehen kannst, dass dein Einkommen im laufenden Jahr deutlich niedriger sein wird als das Referenzeinkommen von vor drei Jahren, kannst du bei der SVS eine Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage beantragen. Dafür brauchst du eine Einkommensprognose, die du dem Antrag beilegest.

Den Antrag kannst du online über das SVS-Portal (meinesvs.at) stellen oder per Post einreichen. Wichtig: Der Antrag hat keine rückwirkende Wirkung — stelle ihn so früh wie möglich im Jahr.

Liquiditäts-Tipp: Die 27%-Regel

Eine einfache Faustregel für Selbstständige: Lege von jedem eingehenden Honorar etwa 27% zurück. Davon sind ca. 26,5% für SVS-Beiträge und ein kleiner Puffer für Schwankungen. Richte am besten ein separates Konto ein, auf das du diese Rücklagen buchst. So bist du bei der Nachbemessung nie unvorbereitet.

7. Opting-In: Freiwillige Vollversicherung

Das Opting-In ist eine Möglichkeit für Personen, die von der Pflichtversicherung bei der SVS ausgenommen sind, sich freiwillig vollständig zu versichern. Dies betrifft vor allem:

  • Neue Selbstständige, deren Jahreseinkommen unter der Versicherungsgrenze liegt (ca. 6.221,28 Euro in 2026)
  • Personen, die neben einem Dienstverhältnis geringfügig selbstständig tätig sind und einen vollständigen SVS-Versicherungsschutz wünschen
  • Selbstständige, die ihre Pensionsansprüche aufstocken möchten

Opting-In: Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Voller Versicherungsschutz (KV, PV, UV)
  • Pensionszeiten werden gutgeschrieben
  • Krankengeld ab dem 4. Tag möglich
  • Zugang zu SVS-Zusatzleistungen

Nachteile

  • Zusätzliche monatliche Kosten (Mindestbeitrag)
  • Bindungsfrist: mindestens 1 Kalenderjahr
  • Kann nicht rückwirkend beantragt werden
  • Eventuell doppelte Versicherung bei Dienstverhältnis

Das Opting-In ist besonders relevant für jene, die hauptberuflich angestellt sind und daneben ein kleines Gewerbe oder eine neue selbstständige Tätigkeit ausüben. Als Angestellter bist du über deinen Dienstgeber bei der ÖGK versichert — das Opting-In würde zusätzlichen Schutz und Pensionszeiten bringen, ist aber mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Wichtig: Das Opting-In muss persönlich bei der SVS beantragt werden und gilt ab dem folgenden Kalendermonat. Ein rückwirkender Eintritt ist nicht möglich. Lass dich von der SVS beraten, ob das Opting-In in deiner konkreten Situation sinnvoll ist.

8. Beispielrechnungen für verschiedene Einkommensstufen

Um die SVS-Beitragsberechnung greifbarer zu machen, hier konkrete Beispiele für verschiedene Einkommensstufen. Die Berechnungen basieren auf den Beitragssätzen 2026 (KV 6,80% + PV 18,50% + UV 1,20% = 26,50%).

Beispiel 1: Freelancer mit 24.000 Euro Jahresgewinn

Jahresgewinn24.000,00 €
+ vorjährige SVS-Beiträge (ca.)+ 3.708,00 €
= Jahresbeitragsgrundlage27.708,00 €
÷ 12 = monatl. BGL2.309,00 €
KV (6,80%)157,01 €/Monat
PV (18,50%)427,17 €/Monat
UV (1,20%)27,71 €/Monat
Gesamtbeitrag/Monatca. 611,89 €/Monat
Gesamtbeitrag/Jahrca. 7.342,68 €/Jahr

* Vereinfachte Berechnung. Tatsächliche Beiträge können abweichen. Benutze unseren SVS-Rechner für genaue Werte.

Beispiel 2: EPU mit 48.000 Euro Jahresgewinn

Jahresgewinn48.000,00 €
+ vorjährige SVS-Beiträge (ca.)+ 7.416,00 €
= Jahresbeitragsgrundlage55.416,00 €
÷ 12 = monatl. BGL4.618,00 €
KV (6,80%)314,02 €/Monat
PV (18,50%)854,33 €/Monat
UV (1,20%)55,42 €/Monat
Gesamtbeitrag/Monatca. 1.223,77 €/Monat
Gesamtbeitrag/Jahrca. 14.685,24 €/Jahr

* Vereinfachte Berechnung. Tatsächliche Beiträge können abweichen.

Beispiel 3: Neugründer im ersten Jahr (Mindestbeitrag)

Als Neugründer zahlst du im ersten Jahr unabhängig vom Einkommen nur den Mindestbeitrag:

Mindest-BGL/Monat518,44 €
KV (6,80%)35,25 €/Monat
PV (18,50%)95,91 €/Monat
UV (1,20%)6,22 €/Monat
Mindestbeitrag/Monatca. 137,38 €/Monat
Mindestbeitrag/Jahrca. 1.648,56 €/Jahr

* Achtung: Bei höherem Einkommen kommt nach Vorliegen des ESt-Bescheids eine Nachzahlung. Rücklagen bilden!

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9. SVS-Beiträge steuerlich absetzen

Eine der erfreulichsten Regelungen für Selbstständige: SVS-Beiträge sind als Betriebsausgaben vollständig steuerlich absetzbar. Das reduziert deinen steuerpflichtigen Gewinn und damit deine Einkommensteuerlast erheblich.

Was du absetzen kannst

  • Pflichtbeiträge zur KV, PV und UV — vollständig als Betriebsausgabe
  • Beiträge zur Selbstständigenvorsorge (1,53%)— ebenfalls absetzbar
  • Nachzahlungen aus der Nachbemessung — im Jahr der Zahlung absetzbar
  • Freiwillige Zusatzbeiträge (z.B. für Krankenversicherungs-Zusatzleistungen) — teilweise absetzbar; im Einzelfall prüfen

Rechenbeispiel: Steuerersparnis durch SVS-Abzug

Stefan hat einen Jahresgewinn von 40.000 Euro und zahlt SVS-Beiträge von 7.500 Euro:

Jahresgewinn (vor SVS)40.000 €
- SVS-Beiträge (Betriebsausgabe)- 7.500 €
= steuerpflichtiges Einkommen32.500 €
Einkommensteuer (ca. Grenzsteuersatz 35%)Steuerersparnis: ca. 2.625 €

* Vereinfachte Darstellung. Tatsächliche Steuer hängt von Gesamteinkommen, Freibeträgen und anderen Faktoren ab.

Die SVS-Beiträge werden in der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung unter dem Konto "Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung" erfasst und sind in der Steuererklärung (Formular E1a) entsprechend anzugeben.

Achtung: Zufluss-Abfluss-Prinzip

Nach dem Zufluss-Abfluss-Prinzip der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind SVS-Beiträge nur im Jahr ihrer tatsächlichen Zahlung absetzbar. Das bedeutet: Nachzahlungen aus der Nachbemessung werden im Jahr der Zahlung abgesetzt, nicht im Jahr, für das sie berechnet wurden. Plane das bei deiner Steuererklärung ein.

10. Zahlungsfristen & praktische Tipps

Die SVS schreibt die Beiträge quartalsweise vor. Hier sind die wichtigsten Fristen und praktische Tipps für die Verwaltung deiner SVS-Beiträge:

QuartalZeitraumFälligkeitsdatum
Q1Jänner – März28. Februar
Q2April – Juni31. Mai
Q3Juli – September31. August
Q4Oktober – Dezember30. November

SEPA-Lastschrift einrichten

Richte eine SEPA-Einzugsermächtigung ein, damit Beiträge automatisch abgebucht werden. So vermeidest du Verzugszinsen durch vergessene Zahlungen.

Online-Portal nutzen (meinesvs.at)

Auf meinesvs.at kannst du Bescheide einsehen, Anträge stellen (Herabsetzung, Stundung) und deine Versicherungszeiten überprüfen.

Rücklagen monatlich bilden

Lege jeden Monat ca. 26,5% deines Gewinns auf einem separaten Konto zurück. So bist du auf die Quartalsvorschreibungen und eventuelle Nachzahlungen vorbereitet.

Stundung bei Liquiditätsengpass

Wenn du vorübergehend nicht zahlen kannst, beantrage rechtzeitig eine Stundung bei der SVS. Besser frühzeitig anfragen als Verzugszinsen in Kauf nehmen.

Steuerberater einbeziehen

Bei der optimalen Gestaltung der Beitragsgrundlage und der Steuererklärung lohnt sich ein Steuerberater. Die Kosten sind als Betriebsausgabe absetzbar.

Hinweis: Dieser Guide gibt einen allgemeinen Überblick über das SVS-System für Selbstständige in Österreich und ersetzt keine individuelle Beratung. Die genauen Beitragsgrundlagen, Sätze und Fristen können sich jährlich ändern. Aktuelle Informationen findest du immer auf svs.at.

11. FAQ: Häufige Fragen zu SVS-Beiträgen

Wie hoch ist der SVS-Mindestbeitrag 2026 für Selbstständige?

Der SVS-Mindestbeitrag basiert auf der gesetzlichen Mindestbeitragsgrundlage, die für 2026 ca. 518,44 Euro/Monat beträgt. Daraus ergibt sich ein monatlicher Mindestbeitrag von ca. 137 bis 138 Euro (KV + PV + UV). Dieser gilt für Neugründer in den ersten 36 Monaten sowie für Selbstständige, deren tatsächliches Einkommen unter der Mindestgrundlage liegt. Die exakten aktuellen Werte findest du auf svs.at.

Wie werden SVS-Beiträge für Selbstständige berechnet?

Die Beitragsgrundlage ergibt sich aus dem Jahresgewinn (laut Einkommensteuerbescheid) plus der bezahlten SVS-Beiträge desselben Jahres. Auf die monatliche Beitragsgrundlage werden die Beitragssätze angewendet: KV 6,80%, PV 18,50%, UV 1,20%. Vorläufig wird auf Basis des Einkommens von vor drei Jahren berechnet; nach Einlangen des aktuellen ESt-Bescheids folgt die endgültige Nachbemessung.

Was gilt für Neugründer bei der SVS?

Neugründer profitieren in den ersten 36 Kalendermonaten von der Neugründer-Begünstigung: Sie zahlen zunächst nur den Mindestbeitrag als vorläufige Beitragsgrundlage. Sobald der erste Einkommensteuerbescheid aus der selbstständigen Tätigkeit vorliegt, erfolgt aber eine Nachbemessung auf das tatsächliche Einkommen. Hohe Nachzahlungen in Jahr 3 oder 4 sind nicht selten. Rücklagen sind daher von Beginn an wichtig.

Was ist die Nachbemessung bei der SVS?

Nach Vorliegen des Einkommensteuerbescheids berechnet die SVS die endgültigen Beiträge auf Basis des tatsächlichen Einkommens. War das Einkommen höher als die vorläufige Beitragsgrundlage, wird die Differenz nachgefordert. War es niedriger, gibt es eine Rückerstattung. Du kannst bei der SVS auch eine Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage beantragen, wenn dein aktuelles Einkommen deutlich sinkt.

Was ist das Opting-In bei der SVS?

Das Opting-In ermöglicht Personen, die unterhalb der Versicherungsgrenze verdienen oder von der Pflichtversicherung ausgenommen sind, sich freiwillig bei der SVS vollständig zu versichern. Dies betrifft vor allem Neue Selbstständige mit geringem Einkommen und Personen, die neben einem Dienstverhältnis geringfügig selbstständig tätig sind. Das Opting-In bindet für mindestens ein Kalenderjahr und muss persönlich bei der SVS beantragt werden.

Kann ich SVS-Beiträge steuerlich absetzen?

Ja, SVS-Pflichtbeiträge sind als Betriebsausgaben vollständig steuerlich absetzbar. Das gilt für Beiträge zur Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung sowie zur Selbstständigenvorsorge. Die Absetzung erfolgt im Jahr der tatsächlichen Zahlung (Zufluss-Abfluss-Prinzip). Nachzahlungen aus der Nachbemessung werden daher im Jahr ihrer Zahlung abgezogen, nicht im Berechnungsjahr.

Wann und wie werden SVS-Beiträge bezahlt?

Die SVS schreibt Beiträge quartalsweise vor. Fälligkeitsdaten: 28. Februar (Q1), 31. Mai (Q2), 31. August (Q3), 30. November (Q4). Die Zahlung kann per SEPA-Lastschrift, Überweisung oder im Online-Portal meinesvs.at erfolgen. Bei Liquiditätsengpässen kann eine Stundung beantragt werden.

Offizielle Quellen & weiterführende Links

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