Kundentermin, Fortbildung, Bankweg oder Materialeinkauf: Sobald du für dein Business mit dem Privat-Pkw unterwegs bist, stellt sich die Frage nach dem korrekten Kostenabzug. Dieser Guide zeigt dir, wie Kilometergeld in Österreich funktioniert — einfach, praxisnah und ohne Steuerblabla.
Auf einen Blick
Kilometergeld ist eine pauschale Methode, berufliche Fahrten mit dem Privatfahrzeug steuerlich zu erfassen. Dafür brauchst du saubere Nachweise: Datum, Zweck, Strecke und Kilometer. Privatfahrten zählen nicht. Ohne Fahrtenbuch wird es bei einer Prüfung schnell unangenehm.
Kilometergeld ist ein pauschaler Betrag pro beruflich gefahrenem Kilometer. Statt jede Tankrechnung, Reparatur, Versicherung und Abschreibung einzeln zu berechnen, arbeitest du mit einem amtlich anerkannten Satz. Das spart Zeit und ist vor allem für EPUs, Freelancer und kleine Betriebe praktisch.
Wichtig: Kilometergeld ist keine Freikarte für jede Autofahrt. Absetzbar sind nur betrieblich veranlasste Fahrten — etwa zu Kunden, Behörden, Seminaren, externen Besprechungen oder betrieblichen Besorgungen.
Weniger sinnvoll ist die Pauschalmethode oft dann, wenn das Auto fast ausschließlich betrieblich genutzt wird oder du sehr hohe tatsächliche Fahrzeugkosten hast. Dann kann die Abrechnung über die echten Kosten günstiger sein — ist aber deutlich aufwendiger.
Die steuerliche Trennung zwischen beruflich und privat ist der Knackpunkt. Typisch beruflich sind:
Nicht absetzbar sind reine Privatfahrten — etwa Urlaub, private Besuche oder Umwege ohne beruflichen Bezug. Schwieriger sind Mischfälle, zum Beispiel wenn private und berufliche Termine an einem Tag kombiniert werden. Dann hilft nur saubere Dokumentation.
Das Finanzamt will keine Romane, aber nachvollziehbare Aufzeichnungen. Ein gutes Fahrtenbuch enthält pro Fahrt mindestens diese Angaben:
Mini-Beispiel Fahrtenbuch
| Datum | Route | Zweck | km |
|---|---|---|---|
| 23.04.2026 | Wien → St. Pölten → Wien | Kundentermin | 136 |
| 24.04.2026 | Graz → Graz-Andritz | Materialeinkauf | 18 |
Der pauschale Kilometersatz soll typische Fahrzeugkosten bereits abdecken. Dazu zählen in der Regel:
Zusätzliche Reisekosten wie Parkgebühren, Maut oder Nächtigung können je nach Anlass gesondert relevant sein. Dafür brauchst du aber eigene Belege.
Angenommen, du bist als Grafikdesigner selbstständig und fährst im Monat 420 Kilometer zu Kunden, Coworking-Terminen und zur Druckerei. Dann dokumentierst du diese Fahrten gesammelt im Fahrtenbuch und multiplizierst die Summe mit dem gültigen Kilometergeld-Satz. Das Ergebnis erfasst du als Betriebsausgabe in deiner Buchhaltung.
Genau dabei hilft ein Tool wie Rechnito: Du kannst die Ausgabe direkt mit passendem Beleg, Notiz und Kategorie erfassen und später sauber für die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder den Steuerberater exportieren.
Die Pauschalmethode ist meist ideal, wenn du nur gelegentlich oder regelmäßig, aber nicht fast ausschließlich beruflich fährst. Sie ist leicht administrierbar und reduziert Streitpotenzial. Die Abrechnung über tatsächliche Kfz-Kosten lohnt sich eher bei hoher betrieblicher Nutzung, teurem Fahrzeug oder wenn du maximale Genauigkeit willst.
Wenn du unsicher bist, vergleiche beide Varianten einmal für ein Jahr. Gerade bei neuen Selbstständigen zeigt sich dann schnell, welche Methode realistischer und steuerlich sinnvoller ist.
Kilometergeld ist für viele Selbstständige in Österreich die unkomplizierteste Lösung, berufliche Autofahrten steuerlich abzusetzen. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern saubere und ehrliche Dokumentation. Wenn Datum, Strecke und Zweck stimmen, bist du schon sehr weit.
Wenn du deine Betriebsausgaben generell besser im Griff haben willst, helfen dir auch unsere Guides zu Reisekostenabrechnung, Fahrtkosten und Buchhaltung für Kleinunternehmer.
Entscheidend ist der zum jeweiligen Zeitraum gültige amtliche Satz. Prüfe ihn vor der Abrechnung, damit deine Berechnung aktuell bleibt.
Theoretisch kannst du Fahrten auch anders nachweisen, praktisch ist ein Fahrtenbuch aber die sicherste und sauberste Variante.
Ja, typische Kundentermine gehören zu den klassischen beruflich veranlassten Fahrten.
Diese Positionen können zusätzlich relevant sein, wenn sie betrieblich veranlasst sind und du Belege dafür hast.