📅 26. Februar 2026🕐 10 Min. Lesezeit🏷️ Angebote

Angebot schreiben: Vorlage & Anleitung für Österreich

Ein professionelles Angebot ist der erste Eindruck bei deinem Kunden — und oft die Grundlage für den Auftrag. In diesem Guide erfährst du, welche Pflichtangaben ein Angebot braucht, wie du es strukturierst und welche Fehler du vermeiden solltest.

1. Was ist ein Angebot?

Ein Angebot (auch Offert oder Offerte) ist eine verbindliche Willenserklärung, mit der du einem potenziellen Kunden mitteilst, welche Leistung du zu welchem Preis erbringen wirst. Sobald der Kunde das Angebot annimmt, kommt ein Vertrag zustande.

In Österreich ist das Angebot im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) geregelt. Anders als eine unverbindliche Preisauskunft bist du an dein Angebot gebunden — deshalb ist ein sauberer Aufbau so wichtig.

💡 Tipp: Ein gutes Angebot ist nicht nur ein Preisschild — es ist ein Verkaufsdokument. Je professioneller es aussieht, desto eher bekommst du den Zuschlag.

2. Pflichtangaben im Angebot

Auch wenn es für Angebote keine so strengen gesetzlichen Vorgaben gibt wie für Rechnungen, solltest du folgende Angaben immer aufnehmen:

  • Deine vollständigen Kontaktdaten — Name/Firma, Adresse, Telefon, E-Mail
  • Kundendaten — Name/Firma und Adresse des Empfängers
  • Datum und Angebotsnummer — für eindeutige Zuordnung
  • Leistungsbeschreibung — Was genau lieferst/machst du?
  • Einzelpreise und Gesamtpreis — Netto + USt + Brutto
  • Umsatzsteuer-Satz — 20%, 13%, 10% oder Kleinunternehmer-Hinweis
  • Gültigkeitsdauer — z.B. "gültig bis 15.03.2026"
  • Lieferzeit / Leistungszeitraum — Wann wird geliefert?
  • Zahlungsbedingungen — Frist, Skonto, Zahlungsart
  • UID-Nummer — wenn du umsatzsteuerpflichtig bist

3. Aufbau: So strukturierst du dein Angebot

Ein klar strukturiertes Angebot macht es dem Kunden leicht, "Ja" zu sagen. Hier ist der bewährte Aufbau:

📋 Kopfbereich

Dein Logo, Firmenname, Adresse oben. Darunter: Kundenadresse, Datum, Angebotsnummer, Betreff ("Angebot Nr. 2026-042").

💬 Einleitungstext

Bezug auf das Gespräch/die Anfrage. Z.B.: "Vielen Dank für Ihre Anfrage vom 20.02.2026. Gerne unterbreiten wir Ihnen folgendes Angebot:"

📊 Positionstabelle

Pos. | Beschreibung | Menge | Einzelpreis | Gesamtpreis. Klare Zeilen, kein Fließtext. Am Ende: Netto, USt, Brutto.

📝 Bedingungen

Gültigkeitsdauer, Lieferzeit, Zahlungsbedingungen, eventuelle Vorbehalte (z.B. "Preise zzgl. Anfahrtskosten").

✍️ Abschluss

Freundlicher Schlusssatz mit Call-to-Action: "Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung!"

4. Bindungsfrist und rechtliche Wirkung

In Österreich gilt: Ein Angebot ist bindend, sobald es dem Empfänger zugeht. Das bedeutet, du kannst es nicht einfach zurückziehen, nachdem der Kunde es erhalten hat.

⚠️ Wichtig: Ohne angegebene Frist gilt dein Angebot "angemessen lange" — das kann je nach Branche unterschiedlich ausgelegt werden. Gib deshalb IMMER ein konkretes Datum an!

Empfohlene Gültigkeitsdauern:

  • Standard-Dienstleistungen: 14–30 Tage
  • Handwerk mit Materialeinkauf: 7–14 Tage (volatile Preise)
  • Große Projekte: 30–60 Tage (Abstimmung dauert)
  • IT/Software: 14–30 Tage

5. Angebot vs. Kostenvoranschlag

Viele verwechseln Angebot und Kostenvoranschlag (KVA). Der Unterschied ist entscheidend:

AngebotKostenvoranschlag
Bindend?✅ Ja❌ Nein (Schätzung)
PreisabweichungNicht erlaubtBis 15% (§1170a ABGB)
Kostenlos?Ja (Standard)Kann berechnet werden
Wann nutzen?Klare Leistung, fixer PreisKomplexe Projekte, Schätzung

💡 Praxis-Tipp: Wenn du dir beim Preis unsicher bist, schreibe einen Kostenvoranschlag statt ein Angebot. So hast du einen Puffer von bis zu 15%.

6. Häufige Fehler vermeiden

Keine Gültigkeitsfrist

Ohne Frist bist du monatelang gebunden. IMMER ein Datum angeben!

Unklare Leistungsbeschreibung

"Webseitenerstellung" ist zu vage. Besser: "Erstellung einer 5-seitigen WordPress-Website inkl. Responsive Design und Kontaktformular."

Brutto/Netto nicht klar

Immer beide Beträge + USt-Satz ausweisen. Im B2B ist Netto üblich, im B2C Brutto.

Copy-Paste-Fehler

Falscher Kundenname oder alte Preise aus einem anderen Angebot. Peinlich und unprofessionell.

Kein Nachfassen

50% der Angebote werden ignoriert. Fasse nach 5-7 Tagen freundlich nach!

7. Muster-Angebot zum Nachmachen

Max Mustermann – Webdesign

Musterstraße 1, 1010 Wien

Tel: 0660 123 456 | E-Mail: max@beispiel.at

UID: ATU12345678

An: Firma Beispiel GmbH

Beispielgasse 10, 1020 Wien

Angebot Nr. 2026-042

Wien, 26.02.2026

Gültig bis: 26.03.2026

Sehr geehrte Frau Mayer,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne unterbreite ich Ihnen folgendes Angebot:

Pos.BeschreibungPreis
1Webdesign – 5-seitige Website€ 2.400,00
2Responsive Anpassung (Mobile)€ 400,00
3Kontaktformular mit E-Mail-Anbindung€ 200,00
Nettobetrag€ 3.000,00
+ 20% USt€ 600,00
Gesamtbetrag (brutto)€ 3.600,00

Lieferzeit: 4 Wochen ab Auftragserteilung

Zahlungsbedingungen: 50% bei Auftragserteilung, 50% bei Fertigstellung. Zahlungsziel: 14 Tage netto.

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

8. Checkliste vor dem Versand

  • Kundendaten korrekt (Name, Adresse)?
  • Angebotsnummer und Datum vorhanden?
  • Leistungen klar und detailliert beschrieben?
  • Einzelpreise, Netto, USt und Brutto korrekt?
  • Gültigkeitsdauer angegeben?
  • Lieferzeit/Leistungszeitraum definiert?
  • Zahlungsbedingungen festgelegt?
  • Kleinunternehmer-Hinweis (falls zutreffend)?
  • Rechtschreibung und Formatierung geprüft?
  • Als PDF gespeichert (nicht Word)?

9. Häufig gestellte Fragen

Ist ein Angebot rechtlich bindend?

Ja, ein Angebot ist grundsätzlich bindend, sobald es dem Empfänger zugeht. Du kannst die Bindung aber durch eine Gültigkeitsfrist begrenzen.

Was ist der Unterschied zwischen Angebot und Kostenvoranschlag?

Ein Angebot hat fixe Preise und ist bindend. Ein Kostenvoranschlag ist eine Schätzung — der tatsächliche Preis darf bis zu 15% abweichen (§1170a ABGB).

Muss ein Angebot eine UID-Nummer enthalten?

Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, ja. Kleinunternehmer nach §6 Abs. 1 Z 27 UStG brauchen keine UID, sollten aber den Befreiungshinweis aufnehmen.

Wie lange sollte ein Angebot gültig sein?

14–30 Tage sind üblich. Bei volatilen Materialpreisen eher 7–14 Tage. Immer ein konkretes Datum angeben!

Kann ich ein Angebot nachträglich ändern?

Nur wenn der Kunde noch nicht angenommen hat UND du ein neues Angebot sendest. Nach Annahme bist du gebunden.

Angebote in 2 Minuten erstellen

Mit Rechnito erstellst du professionelle Angebote mit wenigen Klicks — und verwandelst sie mit einem Klick in Rechnungen. Kostenlos starten, kein Risiko.

Weitere Ratgeber